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Impuls zum 13. September 2026

Zum 24. Sonntag im Jahreskreis

Von Hans-Otto von Danwitz, Vorsitzender pax christi Aachen

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom, (Kap. 14, 7–9)
Schwestern und Brüder!
Keiner von uns lebt sich selber
und keiner stirbt sich selber:
Leben wir,
so leben wir dem Herrn,
sterben wir,
so sterben wir dem Herrn.
Ob wir leben oder ob wir sterben,
wir gehören dem Herrn.
Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden,
um Herr zu sein über Tote und Lebende.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, (Kap. 18, 21-35)
In jener Zeit
trat Petrus zu Jesus
und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,
wenn er gegen mich sündigt?
Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm:
Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal,
sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich
ist es deshalb wie mit einem König,
der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann,
brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte,
befahl der Herr,
ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß,
zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie
und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid,
ließ ihn gehen
und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Knecht hinausging,
traf er einen Mitknecht,
der ihm hundert Denáre schuldig war.
Er packte ihn,
würgte ihn
und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder
und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht,
sondern ging weg
und ließ ihn ins Gefängnis werfen,
bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die Mitknechte das sahen,
waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn
und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen
und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich angefleht hast.
Hättest nicht auch du
mit deinem Mitknecht
Erbarmen haben müssen,
so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern,
bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln,
wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

Impuls
Wir gehören dem Herrn. So bringt Paulus sein Selbstverständnis auf den Punkt. Wir gehören niemandem, und niemand und nichts gehört uns. Alles ist Geschenk. Und die Frage ist, was wir aus dem Geschenk der Gaben Gottes machen. 

Das Evangelium erzählt von einem Mann, der trotz der Erfahrung der großen Gnade und Barmherzigkeit, die ihm zuteilwird, er diese Güte und Großzügigkeit nicht weiterschenkt, sondern engherzig beansprucht, was ihm gehört. Jesus macht deutlich, wie sehr das dem widerspricht, wofür er eintritt. Er will den Teufelskreis von Haben und Kriegen durchbrechen, indem er ermutigt, die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit umzumünzen in einen barmherzigen Umgang miteinander.

Das gilt für jede und jeden persönlich, wie ich morgens in den Tag starte: Sage ich zuerst mal Danke für alles, was mir geschenkt ist? Und entfaltet sich aus dem Dank ein offenes Herz für alle, denen ich heute begegne? Das gilt aber auch für unsere Welt. Es macht mich wütend, wenn zur Absicherung dessen, was den reichen Mächten gehört, so selbstverständlich Unmengen von Geld ausgegeben werden, aber gleichzeitig die Ausgaben für Entwicklung von Gerechtigkeit und Frieden, für akute Nothilfe und soziale Projekte gestrichen werden, wenn die Reichsten der Erde immer mehr anhäufen, was ihnen gehört, während die Menschen im Sudan und vielen anderen Ländern vergeblich auf Erbarmen hoffen. 

Ich wünsche allen ein dankbares und zugleich offenes Herz, damit Frieden werde.